Tag 18
Zyklus 1 / Woche 3 / Wochentag 4, Donnerstag / Tag 18 der Therapie
Mein Zustand im Überblick
Der achtzehnte Tag
Der Tag endet bei ganz guter Verfassung, soviel vorweg. Aus dem Krankenhaus wurde ich am frühen Morgen entlassen. Nach Einnahme ordentlicher Dosen an Metamizol und Ibu kann ich es aushalten und auch noch etwas Schlaf nachholen.
Am späten Morgen habe ich einen ersten Kennenlern-Termin mit einer aussichtsreichen, ganzheitlich behandelnden Ärztin. Mir geht es im Moment um eine Minderung der Nebenwirkungen der Chemotherapie und langfristig um ein solides Konzept zur Vermeidung von Rückfällen, also Rezidiven oder Metastasen.
Das erste Kennenlerngespräch hat mich vollkommen überzeugt. Ich fühle mich bei dieser erfahrenen und kompetenten Ärztin in guten Händen. Es ist nicht so, dass ich kein Vetrauen zu den behandenden Fachärzten habe. Ich schätze deren Fachkompetenz sehr hoch ein. Allerdings wünsche ich mir eine in Sachen Krebs erfahrene ärztliche Begleitung, die über den fachärztlichen Tellerrand hinausschauen und den Patienten in allen gesundheitlichen Aspekten rund um diese Krankheit begleiten kann. Und genau das scheint bei dieser Ärztin der Fall zu sein. Ab jetzt also weiter mit guter ärztlicher Begleitung.
Die Ärztin empfiehlt, sich einmal gründlich anzuschauen, wie denn der körperliche Zustand im Moment eigentlich ist. Der Schwerpunkt ist dabei die Beurteilung des Immunsystemes. Ist das Immunsystem im Keller, wird mir die Chemotherapie um so schwerer fallen und der Krebs um so leichteres Spiel haben. Das macht nach meiner Ansicht absolut Sinn.
Gestartet wird also mit einer erweiterten Blutanalyse mit dem Check kritischer Kennwerte, wie etwa Eisen, Zink, Selen, Q10, Omega 3, Vitamin D. Die Blutproben werden dann auch gleich entnommen und gehen ins Labor. Im Unterschied zu der üblichen Blutanalytik, die ausschließlich das Serum ohne Blutzellen untersucht, wird hier eine Analyse aus dem Vollblut (mit Blutzellen) vorgenommen (s. Infokasten). Da ich häufig mit meinem überempfindlichen Magen und gestörter Verdauung zu kämpfen habe, wird auch ein Magen-Darm-Check vorbereitet.
Vollblutuntersuchung versus Serumuntersuchung
Bei der Vollblutanalyse werden alle Blutbestandteile inklusive Blutzellen beurteilt. Das ist deshalb wichtig, weil Mineralstoffe und Spurenelemente physiologischerweise vor allem an den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gebunden sind. Im Unterschied dazu wird bei der üblichen Standard-Blutuntersuchung lediglich das Blutserum untersucht. Hierzu wird das Blut nach dem Gerinnen zentrifugiert um die überstehende klare Blutflüssigkeit, das Serum, zu isolieren. Nur das Serum wird anschließend untersucht.
Nährstoffmängel wirken sich ZUERST in der Blutzelle aus. Erst später, wenn die Regulationsmechanismen des Körpers bereits überlastet sind, erkennt man die Mängel auch in der Blutflüssigkeit (Serumanalytik). Aus diesem Grund ist zur Einschätzung des Spurenelementhaushaltes im Blut die Vollblutanalytik der Serumanalytik überlegen und vorzuziehen. Leider ist dies keine Leistung, welche die Krankenversicherung üblicherweise übernimmt. Je nach Umfang, fallen Kosten von etwa 120 bis 250 EUR an.
