Tag 26

Zyklus 2 / Woche 1 / Wochentag 1 / Freitag / Tag 26 der Therapie

Mein Zustand im Überblick

Körperlicher Zustand45%
Mentaler Zustand65%
Übelkeit90%
Verdauung & Appetit50%
Schlaf40%
Fitness30%

Der sechsundzwanzigste Tag

Nach der Blutabnahme, der Puls- und Blutdruckkontrolle geht es los mit der Infusion. Über rd. 4 Stunden werden mir insgesamt mit Vor- und Nachspüllösung 5 Liter injiziert. Ich muss mit dem Infusionsgeschirr und dem Flaschenständer insgesamt 17 mal aufs Klo zum Wasserlassen. Alle 7 Minuten bin ich unterwegs. Das ist belastend. Die Kochsalzlösung strapaziert meine gereizte Blase jedenfalls extrem.

Von den Chemotherapeutika merke ich noch wenig. Die Übelkeit erreicht maximal Stufe 2 auf einer Skala von 10. Beachtenswert ist der Wechsel des Medikamentes gegen Übelkeit. Das bisherige MCP wird gegen eine besser wirkende, lang anhaltende „Superpille“ ausgetauscht. Anweisung der Krankenschwester: Am Morgen vor der Infusion einnehmen. Wirkt bis zu fünf Tage und ersetzt bisherige Präparate. Bei dem Präparat handelt es sich um Akynzeo (R). Es ist ein Kombipräparat mit den Wirkstoffen Netupitant und Palonosetron. Beides sind hochwirksame Präparate, die sowohl eine akute Übelkeit als auch verzögert auftretende Übelkeit unterdrücken können und die ohne Cortison auskommen.

Allerdings ist es häufig so, dass stark wirkende Medikamente auch starke Nebenwirkungen mit sich bringen. So auch in diesem Fall. Die häufigsten Nebenwirkungen von Akynzeo (R) sind Fatigue (geistige und körperliche Erschöpfung und Ermüdung), Verstopfung und Kopfschmerzen. Wechselwirkungen mit den Zystostatika können vorkommen, deswegen nur auf ärztliche Anweisung einsetzen. Dieses stark wirkende Kombipräparat wird üblicherweise nur bei Chemotherapeutika eingesetzt, die ein bekanntermaßen hohes Potential zum Auslösen von Übelkeit und Erbrechen haben, wie in meinem Fall das platinhaltige Cisplatin.

Ob durch das Akynzeo (R) nun die durch die Chemotherapie verursachte Abgeschlagenheit noch verstärkt wurde, kann ich nicht sagen. Verstopfung und Kopfschmerzen hatte ich jedenfalls nicht zu beklagen.

Nach meinem Eindruck hat die „Superpille“ ihren Job jedenfalls sehr gut gemacht.

Unterstützend lege ich mir Desmodium-Tropfen und Ingwer-Lutschtableten gegen Übelkeitsanfälle zurecht.